Audiomat Recital & Phono 2.0 – Höreindrücke

Nachdem sich die beiden nun ausreichend lange an mich und meine Umgebung sowie verschiedene Musik gewöhnen durfte ist es endlich an der Zeit, die in der Zwischenzeit gemachten (Hör-) Erfahrungen mit dem Recital und der großen Phonostufe raus zu lassen.

Audiomat Recital
Audiomat Recital

Der Recital, größter Vollverstärker von Audiomat, hat zuallererst einmal wesentlich mehr Leistung im Datenblatt stehen als seine kleineren Geschwister. Kein Wunder, aus je Kanal 4 KT88 lässt sich einfach mehr rausholen als aus der EL34-Bestückung des Opera und Arpège. Aber klingt er auch besser?

Ja, und wie! Für mich eine absolute Traumkombination geht er mit den Wilson Benesch A.C.T. ein – die ich sowieso sehr schätze. Aber auch mit den Triangle Magellan Quatuor spielt er phantastisch.
Gegenüber dem Opera fällt sofort das Mehr an Durchzeichung im Grundton- und Bassbereich auf. Aber es ist nicht nur mehr Druck und Kontrolle, sondern ein noch größerer und stabilerer Raum, den der Recital aufspannt über diesem grundsoliden Klangfundament.
Wenn es die Aufnahme hergibt, stellt der Recital die Interpreten mit noch mehr Luft zwischen einander dar, ohne die Bühne künstlich aufzublähen. Und auch in Sachen Auflösungsvermögen hat er gegenüber dem schon hervorragenden Audiomat Opera noch einmal einen kleinen Vorsprung.

Was mich erstaunt hat ist, wie extrem verschieden er – im Gegensatz zu Opera und Arpège – beim Wechsel vom 4-Ohm-Ausgang auf die 8-Ohm-Anzapfung reagiert: die mit 6 Ohm spezifizierte Wilson Benesch A.C.T. klingt an der 4-Ohm-Anzapfung kontrolliert, weiträumig und unnervig. Stöpselt man sie aber an den 8-Ohm-Ausgang, wird es schnell nervig, durcheinander und unkontrolliert. Also unbedingt beide Varianten ausprobieren!
Übrigens: der Recital spielt nicht nur an Lautsprechern mit einem gesunden Leistungsbedarf hervorragend, er kann seine Qualitäten auch an wirkungsgradstarken Lautsprechern wie der Tosca S von Odeon ausspielen.

Im Vergleich zum Moon 600i fällt bei nahezu gleicher Kraft und Kontour eine größere Spielfreude und bessere Auflösung im Hochtonbereich auf – allerdings auch nur soviel, wie der Preisunterschied auch nahelegt. Also über Alles gesehen ein gleich gutes Preis-/Leistungsverhältnis, da der Moon 600i ja deutlich günstiger ist.

Um auszuloten, wie der Recital klingt, habe ich zuerst natürlich auf CD und Musik von der Festplatte des sooloos-Systems zurückgegriffen. Um zu hören, wie sich die Brüder Clarisse von Audiomat aber das ganze im Verbund vorstellen, ging es weiter mit Schallplatte über den Phono 2.0.

Audiomat Phono 2.0
Audiomat Phono 2.0

Der kleinere Phono 1.6 spielt ja schon eine ganze Weile bei mir zu meiner vollen Zufriedenheit, aber auch hier hat es Audiomat mal wieder geschafft, noch einen drauf zu setzen. Der Phono 2.0 spielt in einer anderen Klasse, mit viel mehr Selbstverständlichkeit. Die gesamte Musikdarbietung wird zwingender, nimmt einen einfach mehr mit. Und das gleiche wie beim Vollverstärker Recital gegenüber dem kleineren Opera trifft auch auf die Phonostufen zu: es gibt mehr Luft zwischen den einzelnen Interpreten. Ganz großes Kino!

Es ist übrigens unabhängig davon, ob ich den Avid mit Transfiguration spiele oder den VPI mit Benz oder testweise ein Ortofon MC installiere: auch die Phono 2.0 passt sich an alle MCs quasi selbständig an. Genauer gesagt braucht sie keine Anpassung und Einstellarbeit, da sie mit Ihrem stromgesteuerten Eingang immer richtig auf die angeschlossenen Tonabnehmer reagiert. Ich habe auch mit dem Ortofon in Verbindung mit dem passenden Übertrager kein besseres Ergebnis bekommen, als direkt am MC Eingang. Das ist sehr ungewöhnlich und auch sehr praktisch, da es den Verkabelungsaufwand und mögliche Brumm- und Einstreuprobleme drastisch minimiert.

So, die beiden großen Audiomaten sind also klasse, jeder für sich sein Geld wert. Und was machen die Jungs dann bei Digitalelektronik, besser gesagt D/A-Wandlern? Da gibt es ja auch seit vielen Jahren ein breites Programm an Wandlern. Zugegebener Maßen nicht gerade Billigangebote… In der neuesten Version, dem Tempo 3 sogar mit einem USB-Eingang. Der Tempo steht übrigens auch schon in den Startlöchern, ich bin doch neugierig, wie eine komplette Audiomat-Kette mit Musik von der Festplatte und CD klingt 🙂

Moon 750D & 600i – Höreindrücke

Nachdem mich die kleineren Moon Vollverstärker i3.3 und CD3.3 schon begeistert haben, war ich natürlich sehr gespannt und auch kritisch eingestellt, was die großen Geräte zu bieten haben.
Der 750D wird nicht als CD-Spieler, sondern als DAC mit eingebautem Laufwerk bezeichnet, was nicht von ungefähr kommt. Der 32bit-Wandler hat 4 Eingänge und lässt sich völlig unabhängig vom Laufwerk steuern und nutzen. Was sich also anbietet ist, den 750D gleich mit dem sooloos-System zu verbinden und zu schauen, was er aus der von der Festplatte in voller Auflösung gelieferten Musik macht. In der Kombination sooloos + Moon 750D + Moon 600i als Verstärker und Triangle Quatuor als Lautsprecher bleibt einem fast die Spucke weg. Von wegen technisch und digital, was der Moon DAC da an Musik fabriziert ist auf den Punkt! Rhythmisch aller erste Güte, tonal ohne einen Ausrutscher, räumlich schön differenziert und abgegrenzt, ohne analytisch oder künstlich zu wirken. Die gesamte Darbietung hat Schwung und Fluss, ist im besten Sinne sowohl musikalisch als auch neutral.

Moon 750D und 600i
Moon 750D und 600i

In der Kombination Moon 750D und 600i habe ich übrigens eine symmetrische Verbindung genommen, da beide Geräte symmetrische Ein- respektive Ausgänge haben. Um zu sehen, wer jetzt an der tollen Performance den größten Anteil hat, habe ich den 750D mit dem Audiomat Opera und Wilson Benesch A.C.T. im anderen Hörraum angeschlossen und siehe da, auch hier ein Ergebnis, wie ich es selten gehört habe. Im Vergleich zwischen Moon 600i und Audiomat Opera stellt sich heraus, dass der Moon zwar mit mehr Leistung und Kontrolle auftrumpfen kann, aber nicht den Fluss und die Offenheit des Opera mitbringt. Hier haben wir eine echte Geschmacksentscheidung, letztendlich spielen beide auf gleich hohem Niveau.

Nun aber zum eingebauten Laufwerk des Moon 750D: ist es nur ein Alibi-Laufwerk und der 750D eigentlich als Wandler zu benutzen oder sollte man ihn eher als CD-Spieler sehen? Meine Überraschung war groß, als ich CD vom internen Laufwerk mit der gleichen CD von Festplatte verglichen habe: mit dem internen Laufwerk des Moon klingt es sogar noch eine Spur mehr auf den Punkt als von der Festplatte. Alle Achtung, da haben die Kanadier also nicht nur einen hervorragenden Wandler sondern auch gleich einen CD-Spieler abgeliefert, der für mich zur Referenz gehört. Übrigens seit dem Meridian G08.2 der erste „richtige“ Fortschritt für mich.

Zum Thema symmetrischer oder asymmetrischer Anschluss beim Moon 750D kann ich nur sagen, dass der Unterschied tendenziell eher gering ist und der Klang im asymmetrischen betrieb mit Cinch-Leitungen nichts verliert, also nicht nur eine Empfehlung für Verstärker mit symmetrischem XLR-Eingang, sondern universell an allen Verstärkern eine sehr sehr gute Quelle!

Für mich persönlich ist das Thema CD-Spieler mit dem Moon 750D ersteinmal abgeschlossen, ich kenne momentan kein integriertes Gerät, das ihn übertrifft. Punkt.

High End 2010 – Rückblick

Das war sie nun, die High End 2010. Wir sind geschafft aber zufrieden zurück und möchten all denen danken, die uns auf der Messe besucht haben!

Da Bilder oft mehr als Worte sagen, ein paar Bildeindrücke vom Pro-Ject Stand:

Pro-Ject-Shop Stand auf der High End 2010
Pro-Ject-Shop Stand auf der High End 2010
Pro-Ject Stand auf der High End 2010
Pro-Ject Stand auf der High End 2010
Eine komplette Anlage!
Eine komplette Anlage!
Next Generation High-Fidelity
Next Generation High-Fidelity
Die Vorführanlage
Die Vorführanlage
Plattenspieler-Ensemble
Plattenspieler-Ensemble
...scheint interessant zu sein...
...scheint interessant zu sein...
...der Pro-Ject Xtension
...der Pro-Ject Xtension

Gianmaria Testa: Solo dal vivo – Konzert im Franz.K am 04.05.2010

Klasse war er, der Herr Testa, wobei ich erst befürchtet hatte, dass es ohne Begleitung etwas trocken werden könnte. Aber ich habe mich zum Glück geirrt.
Schon zu Beginn des Konzertes hat Gianmaria Testa es geschafft, eine lockere und intime Atmosphäre aufzubauen. Es geht halt nichts über Konzerte im kleinen Rahmen wie im Franz.K in Reutlingen.
Da es nicht unwichtig ist zu erfahren, über was er da eigentlich singt und ja nicht alle perfekt italienisch verstehen, hat Gianmaria Testa gleich am Anfang einen Übersetzer aus dem Publikum gesucht, der ihn während des gesamten Konzerts dolmetschend begleitet – und in Helga gefunden, die ihre Sache wirklich klasse gemacht hat!
Die erste Hälfte des durch eine kurze Pause unterteilten Konzerts, das Gianmaria Testa komplett allein mit einer seiner 3 Gitarren bestritten hat, war geprägt von älteren Stücken. Mitgerissen und begeistert hat mich „Un aeroplano a vela“, das auch solo perfekt rüberkam ohne das Gefühl, dass etwas fehlt. Genauso übrigens wie „Biancaluna“, „Gli amanti di roma“ oder „Dentro la tasca di un qualqunque mattino“. In der zweiten Konzerthälfte gab es mehr aktuelle und politisch orientierte Stücke mit Immigrationsthematik, die für uns hier etwas weniger Bezug hat als die Thematik eigentlich verdient. Dadurch wurde es etwas sperriger, aber nicht weniger intensiv. Zum Glück hat er es aber hinbekommen, es nicht zu politisch und anstrengend werden zu lassen.
Alles in allem ein prima Konzert mit einem gut aufgelegten Gianmaria Testa. Vielen Dank für dieses tolle Konzert!

Wer es nicht verpasst hat, dem lege ich die Alben „Lampo“, „Montgolfières“ und die aktuelle „Solo dal vivo“ zum Hören ans Herz.

Beim nächsten Konzert in erreichbarer Nähe sehen wir uns wieder 🙂

Audiomat Recital & Phono 2.0

Vormerken: von der Hifi deluxe in München bringe ich kommendes Wochenende zwei ausgesuchte Schmankerl zum Hören mit: den großen Vollverstärker ‚Recital‘ von Audiomat und die größere der beiden Phonostufen, die Phono 2.0.
Ich bin gespannt, ich hoffe Sie auch!

Audiomat Recital Vollverstärker
Audiomat Recital Vollverstärker
Audiomat Phono 2.0
Audiomat Phono 2.0

High End 2010

Vom 06.-09.05.2010 sind wir auf der High End München am Stand von Pro-Ject zu finden. Jede freie Minute wird natürlich dazu verwendet, nach neuen interessanten Geräten Ausschau zu halten und hier darüber zu berichten.

High End 2010
High End 2010